7 Tipps für die Workshop-Durchführung

Gelangweilte oder unmotivierte Workshop-Teilnehmer können ein Graus sein. Es gibt Techniken und Hebel für mehr Aktivität und Freude im Workshop. Sieben solcher Gedankenhilfen thematisiert dieser zweite Artikel für effizientere Workshops.

  1. Bewege die Teilnehmer – Klingt simpel und ist es auch. Ein einfaches „Kommt bitte zum Flipchart“ kann wahre Wunder wirken. Gerade wenn das Suppenkoma oder verbrauchter Sauerstoff ihren Tribut einfordern, ist Bewegung das richtige Rezept. Auch die Konzentration steigert sich beim Stehen und Bewegen.
  2. Bilde Teams – Und vieles wird leichter. In vielen Arbeitsphasen sind große Gruppendiskussionen nicht zielführend und kommen vom Hundertsten ins Tausendste. Ein Blick in die Wissenschaftsliteratur offenbart schnell, Teamgrößen zwischen 5 und 7 Teammitgliedern gelten häufig als effektiv – selbstverständlich unter Berücksichtigung des Zwecks. Ich persönlich empfehle zumindest für Ideenfindungsphasen (Ideation), die durch kurze Arbeitssequenzen geprägt sind, 2er oder 3er Gruppen. Die kleinen Teams legen Fokus auf­ die Aufgabe, nicht auf Gruppenfindungsprozesse.
  3. Erkläre klar die Tools: Innovations-Workshops bedienen sich zahlreicher Techniken, die auch in puncto Komplexität weit über das klassische Brainstorming hinausgehen können. Die Funktionsweise solcher Techniken müssen klar und nachvollziehbar erklärt werden. Deshalb überlege dir, wie du deine Tools erklärst. Es gibt nur zwei Vorgehensweisen. Entweder du erklärst ein Tool von Anfang bis Ende am Stück oder sukzessiv in kleinen Schritten. Hier kommen neue Informationen nach jedem Arbeitspaket. Letzteres ist bei guter Durchführung dynamischer und macht es für die Teilnehmer einfacher.
  4. Nutze alle Potenziale des Raums: Die Wichtigkeit des Raums wird leider allzu oft unterschätzt. Natürlich sollte ein Raum ausreichend groß sein, schließlich sollen die Gedanken in Innovationsworkshops sprühen und nicht in eine kleine Box eingepfercht werden. Mach dir Gedanken: Hast du große Glasfensterfläche, so empfiehlt sich diese vielleicht als Postit-Wand. Nutzt du eine U-Form-Bestuhlung, so kann man die Teilnehmer in die Mitte für diverse Aufgaben holen. Auch räumliche Trennungen können Vorteile bieten.
  5. Sei ein Entertainer – Niemand sucht einen Clown oder Vortänzer, aber niemand möchte sich auch nach fünf Minuten im Tagtraum wiederfinden oder noch schlimmer, durch Schnarchen auffallen. Hier kommt es natürlich auf die eigene immanente Trainerdisposition an. Mit wieviel Unterhaltungswert wirke ich authentisch? Fühle ich mich in meiner Rolle wohl und motiviere die Teilnehmer zum Mitmachen? Das sind Fragen die man sich selbst oder auch mal seinen Freunden und Vertrauten stellen darf.
  6. Implementiere nützliche Arbeitsstationen: Wenn du mit großen Gruppen arbeitest oder mit besonders komplexen Aufgabenstellungen konfrontiert bist, sind Arbeitsstationen sehr hilfreich. Teile die Teilnehmer in zwei, drei oder vier Arbeitsstationen ein. Es ist möglich, immer nur eine Gruppe an einer Station arbeiten zu lassen oder die Ideen anreichern zu lassen, indem du alle Gruppen in einem Intervall kreiseln lässt. Das alles funktioniert bestens, besonders gut bei langen Arbeitssequenzen. Das Zerlegen komplexer Probleme, in Teilprobleme und –aufgaben werden dir die Teilnehmer danken. Im Prinzip verbindet  dieser Ratschlag die Tipps 1, 2 und 4.
  7. Nutze die direkte Ansprache: Wertschätzung ist so wichtig und das fängt beim Namen an und endet auch nicht bei der Kenntnis über das Expertenwissen. Nochmal: Teilnehmer freuen sich über diese Wertschätzung. Eine kleine Empfehlung: Du kannst mit bunten Badges arbeiten, auf denen z.B. der Name, der Themenbezug, das Expertenwissen oder die Abteilung vermerkt sind. Ein persönliches Überreichen oder Anbringen dieses kleinen Stückes Papier kann ein Gamechanger sein. Du brichst eventuelle Skepsis und Widerstände, kreierst mit kleinstem Aufwand einen kollektiven Geist, machst Kompetenzen deutlich und vieles mehr. Und natürlich menschelt das – und das kann nie verkehrt sein.

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